Nacht der Zaubertiere. Jugendroman.
Dean Koontz, Ravensburger, Februar 2008


»Der alte Spielzeugmacher war bedrückt und gar nicht so wie sonst, als er zu Amos, dem Teddybären, sprach.
„In schweren Zeiten wirst du der erste sein, der seine Freunde ermuntert und der Letzte, der sich unterkriegen lässt. Du wirst als Erster Mut fassen und dich als Letzter fürchten.“
„Ich?“, fragte Amos und blinzelte. „Ich fürchte mich vor gar nicht. Nein, ich nicht!“
„Es gibt aber Dinge auf dieser Welt, vor denen man sich fürchten sollte, Amos.“
„Wirklich?“, fragte Amos beunruhigt.
„Und wenn dir diese Dinge begegnen, dann wirst du die kalte Hand der Angst verspüren.“«

Onkel Isaac, der Spielzeugmacher, ist tot. Er hatte Stofftiere hergestellt, ganz besondere Stofftiere, denen Kunst und Magie Leben verlieh. Sie sind für Kinder, die etwas ganz wichtiges für die Welt leisten werden. Und nur diese Kinder wissen, dass die Zaubertiere leben.

Jetzt muss ein anderer sein Werk fortsetzen. Noch vor seinem Tod sagt er ihnen, wer das ist: Martha Miller, die Besitzerin des Spielzeugladens „Wunderland“.

Leider hat Onkel Isaacs Haus einen Keller. Der ist sehr alt und gehörte einem Vorgänger, einem bösen Spielzeugmachter. Und dessen Geschöpfe sehen mit dem Tod Onkel Isaacs ihre Chance gekommen. Sie werden die Tiere verfolgen, die aufbrechen, um Martha zu sagen, dass sie Onkel Isaacs Nachfolgerin sein soll. Sie werden sie aufschlitzen, den sie bestehen aus Blech, haben Stachel und scharfe Kanten. Und dann, wenn sie die Zaubertiere zerstört haben, werden sie die Spielzeugfabrik übernehmen und Zaubertiere herstellen nach ihrem Geschmack. Solche, die Kinder quälen.

Dan Koontz Buch ist gut lesbar, der Autor versteht sein Handwerk. Die Szenen sind witzig, man muss sich nicht zwingen, das Buch zu lesen. Dennoch bleibt ein schaler Geschmack übrig. Man klappt das Buch zu und hat ein ähnliches Gefühl wie nach dem Genuss von Junk Food. Man hat gegessen, viel gegessen, aber satt ist man nicht.

Das rührt daher, dass Koontz zu viele Deus ex Machinas aus den Schachteln springen lässt. Das Böse ist überall und stehts zur Stelle, wenn die bösen Zaubertiere nicht weiterwissen. Das Gute auch und so kann eigentlich nichts schief gehen. Sogar der Zuchthäusler, der alles hasst, nimmt brav das Geldpaket vom Bösen an und statt damit zu fliehen, liefert er es wie gewünscht ab. Auch der Marsch der Zaubertiere ist eigentlich so spannend nicht. Denn Martha Miller weiß längst, dass sie Onkel Isaacs Erbe antreten muss.

Fazit: Gut geschriebenes Buch, dass dennoch ein schales Gefühl zurücklässt. Fastfood Version der Kuscheltiere.

Nacht der Zaubertiere, Dean Koontz, Jugendroman, Ravensburger, Februar 2008
Originaltitel: Oddkins, aus dem Amerikanischen von Sybil Gräfin Schönfeldt
ISBN-10:, ISBN-13: 9783473523726, Broschur, 232 Seiten, Euro 9,95

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