Sturmwelten – Unter schwarzen Segeln. Fantasy.
Christoph Hardebusch, Heyne, März 2009


sturmwelten Segel

»Falls der Berater gehofft hatte, die Erwähnung des berüchtigten Spionagemeisters der Königin würde Thyrane beeindrucken, wurde er enttäuscht – Thyrane hatte Walsley schon sturzbetrunken in einem Bordell erlebt, wo der sonst so stoisch wirkende Mann seine Hosen über dem Kopf kreisen ließ und auf den Tischen stehend Gedichte deklamierte. Erstaunlich gute Stimme sogar.

„Dem alten Fuchs also. Nun gut, was haben zu berichten?“

Während Admiral Daunce zwei Gläser mit Port füllte, eines an Thyrane weiterreichte und das andere nach kurzem Zögern an die Lippen hob, warf sich Bolt in Pose.«

Admiral Thyrane ist im Ruhestand, langweilt sich auf seinem Landsitz, aber ist sicher nie wieder reaktiviert zu werden. Zu oft hat er sich unbeliebt gemacht – durch seine Worten, durch seine Taten. Auch wenn die legendär sind. Doch jetzt erhält die Krone beunruhigende Nachrichten aus den Sturmwelten. Dass die von der Compagnie als Privatbesitz regiert werden, dass diese Compagnie Sklaven hält, obwohl die Sklaverei abgeschafft ist, das interessiert die Krone wenig. Dass dort eine Seeschlacht stattfand, ein Sklavenaufstand und möglicherweise eine neue Waffe zum Einsatz kam, allerdings sehr.

Also wird der Admiral beauftragt, in die Sturmwelten zu fahren und die Sache aufzuklären.

Derweil haben die dortigen Behörden alles getan, um die Vorfälle zu vertuschen. Leutnant Roxane wird zum Prozess in die Hauptstadt gesandt, Joaquin soll gehängt werden und Soldaten fanden nach der Sklavin Sinao, deren magischen Kräfte sich offenbart haben.

Und eine schwarze Fregatte segelt mit geheimnisvoller Ladung nach Corban ...

Christoph Hardebusch setzt seine Fantasy-Saga fort. Wieder treffen wir auf die Sklavin Sinao, auf den hiskadischen Adligen Joaquin und den Dichter Franigo, dessen Lieder eine Revolution entfesseln. Wer sagte denn, dass Worte nichts vermögen und Dichter keine Wirkung haben? Dafür ist die Wirkung nicht immer das, was beabsichtigt wurde und Revolten, auch wenn sie noch so berechtigt sind, haben immer auch ihre absurden, witzigen Seiten.

Wir erleben den eigenwilligen Admiral Thyrane und eine Echse mit sehr praktischen Ratschlägen, die allerdings nicht ganz stubenrein sind. Und eine Welt im Umbruch. Dass der Autor die einzelnen Personen, deren Geschicke so anschaulich schildern kann und aus Einzelschicksalen eine Geschichte seiner Welt aufleben lässt, dass er es versteht, den Leser stets aufs neue zu überraschen und das ganze mit einem ganz eigenen Humor würzt, all das führt dazu, dass dieses Buch genauso ein Pageturner wurde wie der erste Band. Eine farbige Abenteuersaga mit Tiefgang.

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