Die Sturmkönige II - Wunschkrieg. Fantasy.
Kai Meyer, Lübbe, März 2009


Sturmkönige II


»Das Elfenbeinpferd galoppierte auf den Winden nach Westen, mit sanftem Schlag seiner Schwingen, hoch über den glutheißen Dünen und Sandseen.

Aus dem Staubdunst über der Wüste tauchten die Kuppeln und Zwiebeltürme Bagdads auf, weit entfernt, aber überdeutlich für seinen geschärften Blick. Die Augen des Zauberpferdes waren von Magierhand erschaffen worden, und obgleich es alt war, uralt, kannte es keine Krankheit, keinen Verschleiß seines künstlichen Körpers. Die mechanischen Teile in seinem Innern klickten und surrten. Winzige Zahnräder, die geschmeidig ineinandergriffen. Ketten und Riemen wie Muskelstränge. Und die unsichtbare Macht der Magie, die all das erweckt hatte und es auch heute noch, nach so vielen Jahren, am Leben erhielt.

Bagdad ist abgeschnitten, der Kalif Harun al Raschid ein alter, kranker Mann, der Bagdad nicht die entschlossene Führung geben kann, die nötig wäre, damit die Stadt überhaupt eine Chance gegen die Dschinnkönige hat. Aber spielt das noch eine Rolle? Die Menschen haben bisher jede Schlacht gegen die Dschinne verloren, alles Land zwischen Samarkand und Bagdad ist verwüstet und praktisch menschenleer.

Dem Teppichreiter Tarik ist es zwar gelungen, mit der Sklavin Sabatea von Samarkand nach Bagdad durchzubrechen, doch jetzt ist Sabatea eine Gefangene im Harem und Tarik in Bagdad auf der Flucht.

Die Ifrite, die Wunschdämonen haben auch ihre Macht verloren. Früher konnten sie den Menschen Wünsche erfüllen, jetzt nicht mehr. Haben die Dschinnkönige diese Magie benutzt, um weitere Magie anzusammeln?

Und was ist mit den Sturmkönigen, den Menschen, die Wirbelstürme reiten können? Haben sie eine Chance gegen die riesigen Dschinnheere?

Bei den meisten Fantasy-Triologien ist der zweite Band schwächer als der erste. Es ist nicht leicht über drei dicke Bände die Spannung zu halten. Kai Meyer gelingt nicht nur dieses Kunststück, in diesem Fall ist der zweite Band noch stärker als der erste. Das liegt daran, dass der Hintergrund der Geschichte so komplex gestrickt wurde und vieles erst jetzt richtig aufgedeckt wird. Aber auch daran, dass der Autor seine Personen so vielschichtig angelegt hat, dass sie den Leser über mehrere Bände hinweg fesseln können.

Wunschkrieg ist wieder ein echter Kai Meyer, ein Abenteuerroman voller Farbe und Abenteuer, mit Anleihen bei den Märchen und historischen Hintergründen und Personen, die den Leser nicht loslassen. Allerdings sollte man den ersten Band kennen, bevor man den zweiten liest.

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