Story. Die Prinzipien des Drehbuchschreibens. Schreibratgeber.
Robert McKee, Alexander Verlag, 2008


Story


Story handelt von Prinzipien, nicht von Regeln, ist McKees Überzeugung; von Archetypen, nicht von Stereotypen; von Originalität, nicht von Wiederholung.

Das merkt man dem Buch an, hier schreibt jemand, der sein Metier kennt, der keine schnellen Wundermittel verspricht, die garantiert zum Bestseller verhelfen.

Dafür bietet er viel Handwerk. Struktur, Setting, Genre und die Substanz der Story; das auslösende Ereignis, die Wendepunkte, Krise, Höhepunkt bis hin zur Zerlegung einer Szene in Beats: Mckee hat sich bemüht eine umfassende Darstellung der Kunst des Drehbuchschreibens zu liefern.

Natürlich ist es nicht nur für Drehbuchschreiber interessant, Story ist auch für Romanautoren nützlich.

Er demonstriert seine Thesen mit zahlreichen Beispielen - ganz offenbar ist Chinatown einer seiner Lieblingsfilme - und meist ist das Buch sehr anschaulich geschrieben.

Leider nicht immer und das ist der einzige Wermutstropfen. Denn vor allem an Anfang leidet er an Definitions-Wut, da wird mancher Definition ausführlichst breit getreten, deren Sinn und Wert nicht einsichtig sind und das sind dann auch die einzigen Stellen, an denen er es an Beispielen fehlen lässt.

Gegenüber Syd Fields Buch „Das Handbuch zum Drehbuch“ ist McKee sehr viel ausführlicher und detaillierter, allerdings auch stellenweise schwieriger zu lesen. „Die Odyssee des Drehbuchschreibers“ ist verglichen mit McKee auf Bildzeitungsniveau.

Ein großes Problem ist die Übersetzung. Im Deutschen herrscht bereits ein Wirrwarr aus Fachbegriffen, die aus amerikanischen Schreibwerkstätten kommen, aus solchen aus deutschen Literaturseminaren, aus geglückten und weniger geglückten Eindeutschungen.

Dieses Buch stiftet weitere Verwirrung, weil die Übersetzer sehr eigene Wortwahl benutzen und sich nicht an die üblichen Fachbegriffe halten. Bestes Beispiel wäre das bis zum Überdruss benutzte Wort "Wert", das im Buch ein zentraler Begriff ist, der aber im Deutschen mit sovielen moralischen Bedeutungen aufgeladen ist, dass die Wortwahl mehr als unglücklich ist. Auch sonst ist die Übersetzung nicht gerade vorbildlich.


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