Der Seelenbrecher. Thriller.
Sebastian Fitzek, Knaur, September 2008


»Können Sie mich hören?«
»Ja…«, antwortete sie dem Arzt, dessen Augenringe so aussahen, als wären sie auf ewig in sein Gesicht tätowiert.
»Sie scheint mich nicht zu verstehen.«
»Doch, doch.« Sie wollte ihren Arm heben, doch ihre Muskeln gehorchten ihr nicht.
»Wie heißen Sie?« Der Arzt nahm eine Kugelschreibertaschenlampe aus der Brusttasche seines Hemdes und leuchtete ihr in die Augen.
»Vanessa«, krächzte sie und ergänzte dann: »Vanessa Strassmann.«
»Ist sie tot?«, hörte sie einen der Polizisten von hinten fragen. «

Caspar hat sein Gedächtnis verloren. Er lebt in der Klinik auf dem Teufelsberg. Am Abend vor Weihnachten wird ein weiterer Patient eingeliefert. Unfall. Ein Eissturm hat ganz Berlin lahm gelegt. Die Klinik ist von der Außenwelt abgeschnitten. Und jetzt erhebt sich der Verdacht, dass der eingelieferte Patient der Seelenbrecher ist.

Der hat schon drei Frauen auf dem Gewissen. Alle drei wurden unverletzt entdeckt, verharren aber in Katatonie. sie können nicht sprechen und sich nicht bewegen. Was der Seelenbrecher ihnen angetan hat, weiß niemand.

Die Klinik ist gut abgesichert, damit selbstmordgefährdete Patienten nicht ausbrechen können. Und so sind nach dem Tod des Klinikchefs alle über Nacht gefangen. Möglicherweise mit dem Seelenbrecher in ihrer Mitte.

Wieder einmal spielt Fitzek mit dem unheimlichsten: der menschlichen Seele. Anderes als bei den anderen Autoren sind es aber keine Serienmörder oder religiöse Wahnsinnige. Stattdessen durchaus reale, wenn auch seltene Effekte der Psychatrie. Nicht einmal, dass die Verrückten die Bösen sind, ist bei Fitzek sicher. Dafür überrascht er mit immer neuen Wendungen, die gleichwohl schlüssig sind. Was in einigen früheren Büchern noch zu bemängeln war, nämlich das er es an einigen Stellen einfach ein bisschen übertrieben hat, zu viele und zu unwahrscheinliche Wendungen schrieb, gilt in seinem neuen Buch nicht. Auch stilistisch hat er sich weiter entwickelt. Kein Wunder, dass er zu den wenigen deutschen Thrillerautoren zählt, die auch in Amerika Erfolge feiern können.
Jedenfalls ist auch der Seelenbrecher spannende Lektüre pur, eines der Bücher, die man erst aus der Hand legt, wenn man sie zu Ende gelesen hat. Und dann die Gardine beobachtet. Bewegt sich da nicht irgendetwas?

Leseprobe
Autorenhomepage

Der Seelenbrecher, Thriller, Sebastian Fitzek, Knaur, September 2008
ISBN-13: 978-3426637920, Tb, 361 Seiten, Euro 7,95

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