Ein einziger Hit.
Roman
David Huggins, Verlag Zweitausendeins 2003

Nach der Pleite seines Verlages ist Gerd Haffmann bei Zweitausendeins und betreut dort eine kleine, aber feine Belletristik-Reihe:
Gerd Haffmanns bei Zweitausendeins.
Eines der Bücher ist die Übersetzung von David Huggins Luxury Amnesia: Ein einziger Hit.

Andy war Bassist in der Band Overloads gewesen. Einmal standen sie ganz oben, Nummer 1 in der Hitparade, aber das war's auch und danach ging es steil bergab. Jetzt lebt er von Sozialhilfe und gelegentlichen Schwarzarbeiterjobs. Doch eines tages trifft er auf der Straße den Leadsänger Phil wieder, und wie immer, steckt er voller Ideen. Er will die Overloads wiederaufleben lassen, finanzieren soll es der Millionenerbe Max, der dafür die Stelle des Schlagzeugers kriegen soll.

Andy ist nicht davon angetan. Er hat seinen Bass verkauft, ist geschieden und sehnt sich nur nach Sarah, die er in den Zeiten der Overloads kennen und lieben lernte. Leider war sie verheiratet und wollte sich nicht scheiden lassen. Doch jetzt ist sie frei, erzählt ihr Phil und er weiß auch, wo Andy sie treffen kann. Plötzlich wird Phil Andy sympathisch und er lädt ihn und Mark zu sich in die Wohnung ein. Keine gute Idee. Denn Mark hat schluckt Tabletten und in Andys Wohnung schluckt er zuviel. Andy hat eine Leiche in der Wohnung, Angst, dass die Polizei seine Schwarzarbeit aufdeckt und zusammen mit Phil beschließen sie, die Leiche einfach verschwinden zu lassen. Phil hat einen Cousin, der ist Metzger und dürfte keine Probleme mit Leichen haben.

Doch so einfach wird man eine Leiche nicht los. Mit dem Toten im Lieferwagen kurven sie durch London, treffen den Vater des Toten, dessen Stiefmutter und Sarah, mit der Andy wieder ein Verhältnis anfängt. Doch Mark, der Tote, war Sarahs Freund in der Kindheit, Sarah darf von der Leiche nichts wissen und das macht es nicht einfacher.

Eine Starbesetzung von Loosern, Yuppies und Möchtegern-Popgrößen bevölkert die Seiten des Buches, spannend liest es sich und witzig und demaskiert nebenbei die Londoner Musik- und Pop-Szene.

Leider versucht der Autor am Schluß aus der Geschichte einen Krimi zu machen und das geht schief. Statt Spannung entwickelt sich nur Kitsch und die letzten achtzig Seiten werden von Langweile beherrscht. Trotzdem, die ersten zwei Drittel sind allemal lesenswert.

ISBN 3-86150-507-x
(nur in den Zweitausendeins Läden oder bei www.zweitausendeins.de erhältlich)

Englische Ausgabe:
Luxury Amnesia


ISBN: 0571201466
Faber & Faber, London 1999

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