Bergfriedhof. Roman.
Marcus Imbsweiler, Gmeiner, Juli 2007


"Der Einzige, der in meiner Wohnung konstant arbeitet, ist mein Anrufbeantworter. Vom Kühlschrank abgesehen, aber hat schließlich nicht mit meinem Beruf zu tun. Ich selbst liege auf dem Sofa, mache Besorgungen, starre auf den Fernseher oder denke mir Fälle aus, die nur ich zu lösen imstande bin - nicht unbedingt ein nachhaltiger Beitrag zum deutschen Bruttosozialprodukt."

Max Koller ist Privatdetektiv. Und wie es sich heutzutage in Krimis gehört, ziemlich abgebrannt und ein Loser. Da kommt ein merkwürdiger, aber lukrativer Auftrag gerade recht. Aber warum soll der unbedingt auf dem Bergfriedhof mitten in der Nacht abgeschlossen werden? Und wer ist die Leiche, die dem Auftragnehmer dort im Weg liegt? Wer dieser rüstige Siebziger mit der Pollenallergie und was weiß seine ukrainische Haushälterin, deren Lieblingsgericht Schwarzwälder Kirschtorte ist?

Eigentlich folgt dieser Krimi gängigen Krimimotiven vom abgebrannten Privatdetektiv bis hin zu den besseren Kreisen, die Dreck am Steck haben, wie sich bald herausstellt. So aufregend wie ein Fantasy-Roman mit dunklem Lord und massenhaft Orks, die es abzuschlachten gilt.

Doch der Autor mixt aus den abgestandenen Zutaten eine durchaus spannende Geschichte. Da ist einmal der ironische Erzählton, der seinen eigenen Ich-Erzähler nicht ganz ernst nimmt, zum anderen die trotz gängigen Personals durchaus lebendig geschilderten Figuren und dann die unerwarteten Wendungen, unerwartet für Privatdektiv wie für den Leser, auch wenn der schon am Anfang ahnt, was da im Busch ist.

Dazu der lebendige Hintergrund Heidelberg, den der Autor vor uns erstehen lässt und so ist es ein Krimi geworden, der sich spannend und unterhaltsam liest.

Bergfriedhof, Marcus Imbsweiler, Gmeiner, Juli 2007
ISBN 978-3899777420, TB, 419 Seiten, Euro 9,90

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