Das andere Kind. Roman.
Charlotte Link, Blanvalet, August 2009

Das andere Kind

Zwei Tote in dem beschaulichen nordenglischen Küstenort Scarborough, zwei Frauen, die auf ähnliche Weise abgeschlachtet wurden und doch ist unklar, ob die Morde miteinander zu tun haben. Die eine war eine junge Frau, die andere, Fiona Barnes, eine alte, nicht gerade höfliche Dame.

Und dann gab es die Bombennächte vor über 60 Jahren in London, als die Luftwaffe London ausradieren wollte. Als Kinder nach Nordengland geschickt wurden, wo sie in Sicherheit waren, aber allein und ohne die Eltern. Fiona Barnes war eines dieser Kinder. Und sie hatte ein Nachbarkind dabei, einen geistig behinderten Jungen, der seine ganze Familie verloren hatte. Zuviel Verantwortung für eine Elfjährige und deshalb tut sie, was sie nie hätte tun dürfen.

Eigentlich ein Krimi, doch seine Spannung zieht das Buch nur zum Teil aus der Frage: Wer ist der Mörder? Die Vergangenheit, die Londoner Bombennächte, die Kinderverschickung, die Verquickung der Figuren, ihre Geschichte, der sich keiner von ihnen stellen will: Das ist es, was den Sog erzeugt, was den Leser zwingt, weiterzulesen.

Ein gut gemachter Krimi also, der eigentlich eine spannende Familiengeschichte ist. Geschrieben von einer Meisterin des Plots, die es versteht, immer neue Fragen und Verwicklungen aufzuwerfen und diese dann auch wieder aufzulösen - wenn auch selten so, wie der Leser erwartet. Und eine Autorin, die sich traut, auch unsympathische Figuren zu beschreiben.

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