Vom Abenteuer, einen Roman zu schreiben. Schreibratgeber.
Titus Müller, Textmanufaktur, März 2010

in Schriftsteller ist ein Mann, dem das Schreiben schwerfällt, zitiert Titus Müller den Literaturnobelpreisträger Thomas Mann. Und auch zahlreiche andere kennt er, bei denen nicht alles, was sie schreiben, sofort gelingt. Weil ihm das schreiben schwerfiel, dachte er, er sei ein Hochstapler. Vermutlich ist Titus Müller nicht der eihzige Autor, der das manchmal denkt. Gerade deshalb stellt er in seinem kleinem Büchlein so manches aus dem Autorenalltag vor, dass vermutlich etliche aufseuzen lässt: Was, dem geht es auch so? Dem Bestsellerautor?

"Habe ich schon erwähnt, dass das größte Geheimnis des Schreibens ist, dass man dranbleibt, nicht aufgibt? Ein schlechtes Manuskript kann man am nächsten Tag überarbeiten. Ein leeres Blatt Papier nicht".

Von den Mühen des Schreibens erzählt er in dem ersten Kapitel. Vergleicht es damit, welche Mühe er anfänglich mit dem Tanzen hatte - und irgendwann landete er doch im Gold-Kurs. Das Bulldoggentalent, sich in etwas zu verbeissen, nicht loszulassen, ist vermutlich das wichtigste Talent eines Schriftsteller.

Wie in seinen Romanen schreibt er in diesem Buch locker, leicht lesbar und oft auch witzig. Zum Beispiel, wenn er seinen Auftritt beim Open Mike erzählt, davon, wie die FAZ ihn erwähnte, weil er seltsam war - und davon, wie der Chef vom Kindler Verlag ihm einen Vertrag anbot.

Davon, wie ein Autor Spannung erzeugt, handelt das zweite Kapitel. Ein Thema, das leider in Schreibratgebern eher ein Schattendasein fristet und in der Öffentlichkeit gerne mit "reißerisch" und damit "pfui" gleichgesetzt wird. Doch Titus Müller zeigt, wie wichtig es ist - und wie fehlende Spannung oft darauf hindeutet, dass der Autor seiner Geschichte ausweicht, Auch hier kann er zahlreiche berühmte Autoren zitieren, wie überhaupt schon die Zitate das Buch lesenswert machen.

Dem Überarbeiten widmet sich das dritte Kapitel, wieder mit Beispielen aus dem eigenen Schreiballtag. Sprache, Figuren und das Veröffentlichen sind weitere Kapitel, außerdem finden sich Interviews mit Andreas Eschbach, Rebecca Gablé und Kai Meyer und auch dort findet sich manches, was man bei derart berühmten Autoren nicht vermutete hätte.

Das Buch ist im Format eines Taschenkalenders gedruckt, hat 100 Seiten. Titus Müller ist kein Freund langatmiger Erläuterungen und dicker Schwarten, die nie auf den Punkt kommen. Außerdem sind noch 40 leere Notizblätter angefügt. Ich persönlich kreuze mir wichtiges lieber im Text an und schreibe auch dort die Notizen rein. Für eigene Texte habe ich meine eigenen Notizbücher. Doch das ist Geschmackssache.

Alles in allem eine ebenso vergnügliche wie lehrreiche Lektüre für angehende Autoren. Und vermutlich für manchen eine Erleichterung, zu hören, dass auch berühmte Schriftsteller mit den Dingen kämpfen, die Anfänger oft verzweifeln lässt.


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