Pantoufle – ein Kater zur See. Katzenroman.
Andrea Schacht, Blanvalet, Juli 2009


Pantoufle

»Ich hatte es in den Schnurrhaaren. Ganz deutlich spürte ich es in den Schnurrhaaren.
Schnurrhaare sind äußerst sensibel. Und meine ganz besonders.
Ein Unglück dräute!
Ein gewaltiges Unglück.
So gewaltig, dass ich mich zitternd und zagend am liebsten in einem Loch im Sand vergraben hätte.
Aber das durfte ich nicht. Denn da war ja noch Janed.«

Der kleine Kater Pantoufle hat sein Heim verloren. Das Haus seiner Menschin Janed wurde durch eine Sturmflut zerstört, Janed hat obendrein ihre Arbeit verloren und jetzt will sie ins gelobte Land auswandern. Nach Amerika. Pantoufle soll mit. Dabei hasst er Wasser, Möwen und Kinder, die ihn am Fell zerren. Genauer gesagt, er fürchtet sie. Er ist ein Schisserkater, sagt er selbst von sich.

Und auf dem Dampfer gibt es vieles, vor dem man Schiss haben muss. Eine Löwin im Frachtraum; ein Maschinist, der nach Katzen tritt und mit Sand seltsame Dinge fabriziert; die Schwester des Reeders, die rollig ist und dem Sänger Gran Voce nachläuft, der wiederum unbedingt rechtzeitig in New York zu seinem Auftritt kommen muss; eine Kätzin, die atemberaubend schön ist, aber leider nur an der Leine spazieren geführt wird; ein erster Offizier, dem man nachsagt, dass er ein Mädchen umgebracht hat und der nun in Frankreich nicht mehr an Land gehen darf; ein Koch, der ausgerechnet zum Kapitänsdinner ...

Doch das müssen Sie schon selbst lesen. Ein kleiner Kater, der auf dem Atlantik über sich selbst hinauswächst und eine wundervolle Geschichte zu erzählen weiß. Anfangs ein wenig ausführlich, er erklärt ein bisschen viel, aber redet ja zu Menschen und da weiß man nie. Doch bald legt sich das und seine Geschichte gewinnt Fahrt, wenn sie aufs offene Meer gelangt.

Manche Bücher kann man vor Spannung nicht aus der Hand legen. Andere schildern uns Dinge, von denen wir bis dahin nichts wussten.

Dieses Buch gehört nicht dazu. Es lädt zum Träumen ein. Man sollte es auf dem Balkon lesen, an einem lauen Sommerabend, mit einem Glas Wein neben sich (ein Glas Bier tuts auch).


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